Schule 4.0. Erste Einschätzung.

„Mittlerweile kommt man am Begriff der Digitalisierung in der Bildungspolitik gar nicht mehr vorbei. Auch das BMB setzt mit „Schule 4.0“ voll auf Digitalisierung. Dies ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Das vorliegende Konzept lässt sehr hoffen, dass es sich mehr als um Buzzwords und bloßen technologischen Determinismus handelt. Wenn es um Digitalisierung geht, braucht es natürlich auch die richtigen Menschen/PädagogInnen/ForscherInnen dazu. Mir fällt hier immer Sascha Lobos Baumwollmetapher ein:

„Sie haben eine Schüssel, ein Pfund Baumwolle und ein Schnittmuster. Werfen Sie jetzt das Pfund Baumwolle mit dem Schnittmuster in die Schüssel, können Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass daraus ein T-Shirt wird.“

Frei interpretiert: Es braucht natürlich auch die dahingehende beratende/instruktive/begleitende Expertise des Menschen (in der Regel), um den T-Shirterstellungsprozess zu planen, konzipieren, durchzuführen.

Genauso sehe ich es mit der Digitalisierung im Schul- und Bildungsbereich. Es reicht nicht, bloß die Technologie bzw. das Material zur Verfügung zu stellen, es braucht natürlich auch die Expertise der handelnden Pädagoginnen, um digitales Lernen nachhaltig, interdisziplinär, humanwissenschaftlich-geprägt im Kontext Schule zu gestalten/durchzusetzen. Gerade in „postfaktischen“ Zeiten der disruptiven Technologien, der subjektiven Perzeption, der gefühlten Wahrheit, braucht es didaktische Taxonomien, medienpädagogische Fundamentalentscheidungen, um auch im Kontext Politische Bildung curricular aktiver, kritisch-reflexiver und non-konformistischer zu werden.

Für die Umsetzung der digitalen Strategien des BMB sind natürlich auch die LehrerInnenbildnerInnen gefordert. Viele ExpertInnen der Pädagogischen Hochschule Wien sind eindeutig bereit, es wissenschaftstheoretisch und praktisch anzugehen, nachhaltig zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Es braucht Konzepte hinsichtlich der Verortung von Fake-News, Cybermobbing, Internet-Trollen, Hass im Netz, etc. Es braucht mehr allgemeinbildende und humanwissenschaftliche (aber auch berufsfeldbezogene) Kontextualisierung digitaler Medien im Unterricht (gekoppelt mit interdisziplinären Konzepten in der politischen Bildung).

Viele Ideen aus der Politik schlagen da schon absolut in die richtige Kerbe und es ist schön zu sehen, dass sich EntscheidungsträgerInnen dem Thema verschrieben haben. Dennoch: es ist noch einiges zu tun, gehen wir es an!“

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